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Häufig gestellte Fragen zu PIRLS

PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) dient der standardisierten Messung der Lesekompetenz von Kindern auf der 4. Schulstufe im Abstand von fünf Jahren.

Die Studie liefert international vergleichbare Daten über die Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern und deren Einstellungen zum Lesen. Die Ergebnisse der Studie dienen den Teilnehmerländern als Grundlage für schulpolitische Entscheidungen sowie zur Einschätzung und Kontrolle der Effektivität des jeweiligen Bildungssystems. Der Vergleich dieser Ergebnisse mit den Leistungen der anderen Teilnehmerländer erlaubt eine Beurteilung von Stärken und Schwächen im Bildungssystem. Mithilfe von Fragebögen für Schüler/innen, deren Eltern, Klassenlehrer/innen und Schulleiter/innen wird ein breites Spektrum an zusätzlicher Hintergrundinformation über den Unterricht, die Lehrer/innen, die Schulen sowie die außerschulische Lebenswelt der Schüler/innen gewonnen.

Aufbauend auf der Reading Literacy Study der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) im Jahr 1991 fand zehn Jahre später (2001) die erste PIRLS-Studie statt. Österreich hat sich erstmals im zweiten Durchgang im Jahr 2006 daran beteiligt.

International

PIRLS ist ein Projekt der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA), die 1958 gegründet wurde. Heute besteht diese Organisation aus über 60 institutionellen Mitgliedern (von Universitäten bis hin zu Bildungsministerien). Die IEA hat in den letzten 60 Jahren zahlreiche groß angelegte Vergleichsstudien im Bereich der Bildung durchgeführt, um politischen Entscheidungsträgern internationale Bildungsindikatoren bereitzustellen. Damit können Stärken und Schwächen im Bildungssystem im internationalen Vergleich identifiziert werden.

Das International Study Center (ISC) am Boston College zeichnet für die Gesamtorganisation der Studie auf internationaler Ebene verantwortlich. Bei der Implementierung von PIRLS arbeitet das ISC eng mit den folgenden Institutionen zusammen: IEA-Sekretariat (Amsterdam), Data Processing Center (Hamburg), Statistics Canada (Kanada), Educational Testing Service (USA).

In jedem Teilnehmerland verantwortet ein National Research Coordinator (NRC) die nationale Durchführung und Leitung der Studie.

National

PIRLS 2021 wird in Österreich vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Auftrag gegeben. Die Durchführung internationaler Schülerleistungsstudien gehört zu den Kernaufgaben des IQS.

Zielgruppe des PIRLS-Assessments sind Schüler/innen auf der 4. Schulstufe. Im Haupttest werden in Österreich rund 4.500 Schüler/innen aus ca. 150 zufällig ausgewählten Schulen getestet. Dazu werden an jeder dieser Schulen maximal zwei Klassen per Zufallsprinzip ermittelt, deren Schüler/innen die PIRLS-Testhefte und -Fragebögen bearbeiten.

Die Leistungsmessung erfolgt mittels Papier-und-Bleistift-Tests. Die Tests werden an den Schulen von speziell dafür geschulten Personen (Testleiter/innen) durchgeführt. Die gesamte Testdurchführung (inkl. Pausen) dauert etwa 2,5 Stunden. Die Schüler/innen erhalten ein Testheft, das zwei Texte beinhaltet. Im Anschluss an jeden Text müssen die Schüler/innen Fragen (Multiple-Choice-Fragen und Fragen mit offenem Antwortformat) dazu beantworten. Für die Bearbeitung des Testhefts stehen den Schülerinnen und Schülern 80 Minuten zur Verfügung. Im Anschluss daran erhalten sie einen Schülerfragebogen zur Bearbeitung.

Bei PIRLS werden im Wesentlichen drei Aspekte des Lesens untersucht:

  • Leseabsichten
  • Verstehensprozesse
  • Leseverhalten und die Einstellung zum Lesen

Zur Erfassung des ersten Aspekts (Leseabsichten) werden beim PIRLS-Test unterschiedliche Texttypen eingesetzt. Unterschieden wird zwischen Lesen, um Information zu gewinnen (Informationstexte), und Lesen, um literarische Erfahrung zu machen (literarische Texte).

Der zweite Aspekt (Verstehensprozesse) bezieht sich auf die kognitiven Fähigkeiten, die die Schüler/innen anwenden müssen, um Fragen zu den gelesenen Texten beantworten zu können. Insgesamt werden vier Prozesse unterschieden: (1) Erkennen und Wiedergeben von Informationen, die im Text explizit vorkommen, (2) Ziehen einfacher Schlussfolgerungen aus dem Gelesenen, (3) Interpretieren und Verknüpfen von Gedanken und Informationen und (4) Bewerten von Inhalt, Sprache und einzelnen Textelementen des Gelesenen.

Das Leseverhalten und die Einstellung zum Lesen werden im Rahmen des Schülerfragebogens erhoben.

In einer weltweit durchgeführten Studie wie PIRLS muss ein besonderes Augenmerk auf alle Aspekte der Qualität und der fairen Vergleichbarkeit gelegt werden.

Dies betrifft die internationale Konstruktion der Test- und Befragungsinstrumente, die Übersetzungsprozeduren, die korrekte Auswahl der Schulen und Schüler/innen, den kontrollierten Ablauf des Tests an den Schulen und die sorgfältige Eingabe und Auswertung der erhobenen Daten. Dazu wird von der IEA ein umfassendes Qualitäts-Monitoring durchgeführt (z. B. internationale Kontrolle der Übersetzungen, internationale Kontrolle der Testung durch sogenannte PIRLS-Quality-Monitors sowie rigorose Kontrollprozesse bei der Bewertung der offenen Antworten, bei der Eingabe der Daten und bei der Erstellung der nationalen Datenbasis). Darüber hinaus werden auch am IQS umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt, welche durch die professionelle Erfahrung der Mitarbeiter/innen am IQS unterstützt werden (z. B. langjährige Mitarbeit bei internationalen Studien, Einsatz speziell ausgebildeter Testleiter/innen, nationale Überprüfung der Einhaltung der Testprozeduren etc.).

Sämtliche Schülerdaten werden pseudonymisiert erhoben, d. h., das IQS erhält keine persönlichen Daten und Namen, was durch gut erprobte Erhebungsprozesse  gewährleistet ist. Das IQS hält sich damit sowohl an die Vorgaben des geltenden Datenschutzrechts als auch an jene der IEA. Es ist ausschließlich an aggregierten Daten interessiert, eine Identifizierung einzelner Individuen ist ausgeschlossen. Alle Mitarbeiter/innen des IQS sind zur Amtsverschwiegenheit verpflichtet (§ 46 BDG). Die erhobenen Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Informationen zum Thema Datenschutz

IQS – Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen

Referat 1/2 (Internationale Studien)
Mag.a Dr.in Juliane Schmich
Nationale Projektleiterin PIRLS 2021 (NRC of Austria)
Alpenstraße 121, 5020 Salzburg
T: +43 662 62 00 88-3211
pirls@iqs.gv.at

 

Ansprechperson im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF)

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Abt. III/4
Dr. Mark Német
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
T: +43 ­1­53 120­5902
mark.nemet@bmbwf.gv.at

 

Internationale Kontakte

IEA – International Association for the Evaluation of Educational Achievement
Dr. Paulina Korsnakova (IEA-Sekretariat)
Keizersgracht 311 / 1016 EE Amsterdam, The Netherlands
T: +31 20 625 3625
pirls@iea.nl

 

TIMSS & PIRLS International Study Center

Dr. Ina V. S. Mullis, Dr. Michael O. Martin & Dr. Matthias von Davier (TIMSS & PIRLS Executive Directors)
188 Beacon Street, Chestnut Hill, MA 02467, USA
T: +1 617 552 6235
pirls@bc.edu

Informationen zu PIRLS

E-Mail: pirls@iqs.gv.at

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