Bundesergebnisbericht iKMPLUS Primarstufe 2023-2025
Mit dem Bundesergebnisbericht der iKMPLUS des ersten Zyklus (2023–2025) für die Primarstufe liegen erstmals seit 2020 wieder flächendeckende Daten aus nationalen Kompetenzerhebungen für das österreichische Bildungssystem vor. Der Bericht zeigt, in welchem Ausmaß Schülerinnen und Schüler am Ende der Volksschule (4. Schulstufe) die Bildungsstandards in Mathematik sowie in den Kompetenzbereichen Lesen, Zuhören und Verfassen von Texten im Unterrichtsgegenstand Deutsch erreichen.
Zusätzlich werden die Ergebnisse nach wichtigen Hintergrundmerkmalen wie Geschlecht, Erstsprache, sozioökonomischer Ausgangslage der Schulen, Bundesländern und weiteren Kontextmerkmalen analysiert. Die Befunde werden außerdem mit Ergebnissen aus internationalen Kompetenzstudien verknüpft, um die Leistungen Österreichs im internationalen Vergleich einzuordnen.
Der Bundesergebnisbericht der iKMPLUS für die Primarstufe (2023–2025) wird im Herbst 2026 um den entsprechenden Bericht für die Sekundarstufe I ergänzt. Gemeinsam bilden diese Ergebnisse den Auftakt einer künftig im 3-Jahres-Rhythmus bereitgestellten iKMPLUS-Berichtslegung. Damit dienen die Bundesergebnisberichte als zentrale Grundlage für das österreichische Bildungsmonitorings und unterstützen eine dateninformierte Steuerung des Bildungssystems. Sie stellen somit eine wesentliche Informationsquelle für die Akteure in Bildungspolitik und -verwaltung dar.
Weiterführende Informationen:
Download-Hinweis
Der Bundesergebnisbericht sowie weiterführende Unterlagen sind als Downloads auf der IQS-Website verfügbar:
Ergebnisse gesamt nach Kompetenzbereichen
Der erste dreijährliche Zyklus der iKMPLUS (2023-2025) zeigt für Schülerinnen und Schüler in Österreich am Ende der Volksschule u. a., wie viele von ihnen die Bildungsstandards erreichen bzw. übertreffen:
- 84 % erreichen bzw. übertreffen die Bildungsstandards in Mathematik.
- 59 % erreichen bzw. übertreffen die Bildungsstandards in Deutsch (Lesen).
- 65 % erreichen bzw. übertreffen die Bildungsstandards in Deutsch (Zuhören).
- 43 % erreichen bzw. übertreffen die Bildungsstandards in Deutsch (Verfassen von Texten, Textproduktion).
Mathematik
Im Vergleich zu den Bildungsstandardüberprüfungen seit dem Jahr 2010 zeigt sich in Mathematik ein Aufwärtstrend (Mittelwert: 2010 = 440, 2023–2025 = 500 Punkte), den auch die internationale Studie TIMSS prinzipiell bestätigt.
Deutsch (Lesen)
In Deutsch (Lesen) betrug der Mittelwert im Jahr 2015 502 Punkte, 2023–2025 betrug er 500 Punkte. Die internationalen Ergebnisse in PIRLS 2021 bestätigen diesen grundsätzlich stagnierenden Trend für das Lesen für Österreich.
Deutsch (Zuhören)
In Deutsch (Zuhören) lag der Mittelwert von 2015 bei 496 Punkten und im ersten iKMPLUS-Zyklus 2023–2025 bei 500 Punkten. In Deutsch (Zuhören) bestehen die größten Unterschiede aller Kompetenzbereiche zwischen Kindern mit und ohne Erstsprache Deutsch.
Deutsch (Verfassen von Texten, Textproduktion)
Verglichen mit anderen Kompetenzbereichen erreichen bzw. übertreffen in Deutsch (Verfassen von Texten, Textproduktion) die wenigsten Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards: Insgesamt weniger als die Hälfte der Kinder erreichen bzw. übertreffen die Bildungsstandards. Der Mittelwert lag 2015 bei 493 Punkten, 2023-2025 bei 500 Punkten.
Ergebnisse gesamt in der Zusammenschau von Deutsch und Mathematik
Insgesamt erreichen oder übertreffen 58 % der Schülerinnen und Schüler in Deutsch (Lesen) und Mathematik die Bildungsstandards. Umgekehrt erreichen 15 % der Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards in keinem der beiden Bereiche.
Über alle Kompetenzbereiche hinweg betrachtet, schneiden die Schülerinnen und Schüler der 4. Schulstufe am besten in Mathematik ab.
Ergebnisse nach Geschlecht
Für Mädchen und Buben zeigen sich fachspezifische Ergebnisse: In Mathematik erzielen Buben im Rahmen der iKMPLUS wie zuvor in den Bildungsstandardüberprüfungen höhere Werte als Mädchen. In Deutsch (Lesen) und Deutsch (Verfassen von Texten, Textproduktion) zeigen sich wie in der Bildungsstandardüberprüfung 2015 Geschlechterunterschiede zugunsten der Mädchen. Deutsch (Zuhören) ist der einzige Kompetenzbereich ohne Geschlechterunterschiede.
Ergebnisse mit oder ohne Deutsch als Erstsprache nach Kompetenzbereichen
Die Ergebnisse der Kinder ohne Deutsch als Erstsprache liegen in allen Kompetenzbereichen hinter denen der Kinder mit Deutsch als Erstsprache. Am größten ist diese Differenz in Deutsch (Zuhören), am kleinsten in Mathematik.
Ergebnisse nach sozioökonomischer Ausgangslage der Schulen
Betrachtet man die Ergebnisse nach der sozioökonomischen Ausgangslage (SÖL) der Schulen, zeigt sich über alle Kompetenzbereiche hinweg ein ähnliches Bild: In Schulen mit niedriger (ungünstiger) sozioökonomischer Ausgangslage erreichen weitaus weniger Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards als in Schulen mit höherer (günstigerer) sozioökonomischer Ausgangslage. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schüler der beiden untersten SÖL-Kategorien; zwischen den beiden obersten Kategorien gibt es kaum Unterschiede.
Ergebnisse nach Schulen
In Mathematik erreichen oder übertreffen an nahezu allen Schulstandorten mehr als 50 % der Kinder die Bildungsstandards, in Deutsch (Lesen) nur in vier von fünf Volksschulen. [JS9]
Die größten Unterschiede in der Kompetenzerreichung gibt es zwischen Schulen unterschiedlicher sozioökonomischer Ausgangslage. Die meisten Schulen mit sehr niedriger bis niedriger sozioökonomischer Ausgangslage liegen in größeren Städten. Entsprechend fällt der Vergleich der dicht besiedelten und der eher ländlichen Gebiete zugunsten des ländlichen Raums aus.
Vergleicht man jedoch Schulen nach Urbanisierungsgrad und soziökonomischer Ausgangslage, zeigt sich, dass Schulen in dicht besiedelten Gebieten bei gleicher sozioökonomischer Ausgangslage einen höheren Anteil an Kindern zur Erreichung der Bildungsstandards befähigen als Schulen in dünn und mittel besiedelten Gebieten.
Ergebnisse nach Bundesländern
Bundesländerunterschiede sind meist gering – mit Ausnahme von Burgenland, Vorarlberg und Wien. Die Ergebnisse im Burgenland liegen in allen Kompetenzbereichen über dem Österreich-Mittelwert und in Mathematik und Deutsch (Lesen) auch über den Mittelwerten aller anderen Bundesländer. Die Wiener Ergebnisse liegen im Vergleich der Bundesländer unter jenen fast aller anderen Bundesländer. Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Vorarlberg liegen in Mathematik, Deutsch (Lesen) und Deutsch (Zuhören) unter denen fast aller anderen Bundesländer (Ausnahme: Wien).
Die Ergebnisse in Wien (und weniger stark ausgeprägt auch in Vorarlberg) sind allerdings stark von der sozialen Zusammensetzung der Schulen geprägt. Sie weisen im Vergleich zu den anderen Bundesländern mehr Schulen mit eher niedriger sozioökonomischer Ausgangslage auf.